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Reifendruckkontrollsystem – Ratgeber für Autofahrer


Ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS) wird heute in nahezu allen Fahrzeugen verbaut und bietet sicherheitstechnisch viele Vorteile. Nachfolgend soll unser Ratgeber zum RDKS die wichtigsten Fragen in diesem Bereich detailliert beantworten.

  1. Was ist ein RDKS?
  2. Ab wann ist der Einbau eines RDKS Pflicht?
  3. Welche Fähigkeiten muss das RDKS aufweisen?
  4. Indirektes RDKS – Funktion und Besonderheiten im Überblick
  5. Direktes RDKS – Funktionen und Besonderheiten im Überblick
  6. Auf welche Bereiche wirken sich die RDK-Systeme aus?
  7. Wann betrifft mich die RDKS-Pflicht?
  8. Woher bekomme ich die Technik?
  9. Besteht eine Pflicht zur Nachrüstung eines RDKS?

 


Was ist ein RDKS?

Beim RDKS handelt es sich um ein Reifendruckkontrollsystem (engl.: TPMS / Tyre Pressure Monitoring System), welches die Reifen stetig auf eventuelle Druckverluste hin überprüft und den Fahrer durch eine Warnleuchte entsprechend warnt.


Aufgabe

Die Aufgaben eines RDKS sind recht vielfältig, beinhalten aber hauptsächlich diese 3 Punkte:

  • Unfälle aufgrund zu niedrigen Reifendrucks (erhöhter Bremsweg) vermeiden
  • Hohen Kraftstoffverbrauch vermeiden
  • Verschleiß durch zu hohen Rollwiderstand eindämmen


Vorteile eines RDKS
Die Vorteile eines Reifendruckkontrollsystems liegen klar auf der Hand, denn es zeigt zum einen eventuelle Schwierigkeiten mit dem Reifendruck sofort an. Der Fahrer muss zudem nicht mehr manuell den Reifendruck überprüfen und durch entsprechendes Gegensteuern können die oben genannten Schwierigkeiten verhindert werden.



Ab wann ist der Einbau eines RDKS Pflicht?

Mit der ECE-Regelung Nr. 64 hat die EU folgende Vorschriften erlassen:

  • Seit 01.11.2012 müssen alle neuen genehmigten Typen (PKW und Wohnmobile – neue Modellreihen oder neues Modell nach Typenpflege) mit einem RDKS ausgestattet werden.
  • Seit dem 01.11.2014 ist ein RDKS nun in allen PKW und Wohnmobilen mit Erstzulassung Pflicht.



Welche Fähigkeiten muss das RDKS aufweisen?

In neue Fahrzeuge kann bei der Herstellung wahlweise ein direktes oder indirektes RDKS installiert werden. Sollte das RDKS hingegen nicht funktionieren, gehört dies zu den Verstößen, die der Fahrzeughalter wirklich sofort beheben muss.
Die gesetzlichen Vorgaben für ein RDKS sehen laut ECE-Regelung Nr. 64 folgendermaßen aus:

  • Die Druckprüfung muss ab einer Geschwindigkeit von 40 km/h bis zur Maximalleistung des Wagens erfolgen.
  • Eine Warnung muss erfolgen, wenn entweder ein einzelner Reifen innerhalb von 10 Minuten 20% geringeren Druck aufweist als bei normalem Betrieb (Pwarm) oder alle 4 Reifen schleichend (oder sogar plötzlich) 20% geringeren Druck aufweisen.
  • Die Datenübertragung muss mit 434 MHz erfolgen.

     

Indirektes RDKS – Funktion und Besonderheiten im Überblick

Ein indirektes RDKS nutzt die bereits vorhandenen Sensoren wie ABS oder ESP, um über die Drehzahl der einzelnen Reifen deren Druck zu ermitteln. Fällt hierbei ein Druckabfall an, meldet das indirekte RDKS diesen an die zentrale Steuereinheit.


Wie schneidet das indirekte RDKS im Vergleich zum direkten RDKS ab?
Vorteile:

  • Kostengünstigere Lösung
  • Beim Reifenwechsel müssen keine zusätzlichen Sensoren entfernt werden


Nachteile:

  • Deutlich ungenauer als das direkte RDKS (gerade bei Druckabfall von allen Reifen entstehen Probleme, da ein indirektes RDKS seine Daten vor allem aus dem Vergleich der Drehzahlen zwischen den Reifen bezieht)
  • Keine automatische Messung des Reifendrucks möglich, wenn der Wagen steht
    Direktes RDKS – Funktionen und Besonderheiten im Überblick
  • Für ein direktes RDKS werden spezielle Sensoren genutzt, die in jedem Reifen wichtige Daten wie die Temperatur und den Druck erfassen. Diese Daten werden per Funk weitergeleitet und dem Fahrer auf seinem Display mitgeteilt.

 


Direktes RDKS – Funktionen und Besonderheiten im Überblick

Für ein direktes RDKS werden spezielle Sensoren genutzt, die in jedem Reifen wichtige Daten wie die Temperatur und den Druck erfassen. Diese Daten werden per Funk weitergeleitet und dem Fahrer auf seinem Display mitgeteilt.

Wie schneidet das direkte RDKS im Vergleich zum indirekten RDKS ab?
Vorteile:

  • Deutlich genauere Messungen für alle Reifen
  • Mehr Komfort-Funktionen (Messung im Stand, Drucküberwachung beim Ersatzreifen)
  • Großes technologisches Potenzial in der Zukunft (die Systeme werden schon bald den Reifendruck mit anderen wichtigen Komponenten im Fahrzeug abstimmen)


Nachteile:

  • der Reifenwechsel wird deutlich komplizierter (Sensoren müssen stets entfernt werden)
  • teurere Wartung
  • teurere Anschaffung (muss für Sommer- und Winterreifen separat angeschafft werden)
  • Werkstätten benötigen entsprechendes Equipment für Reparatur und Wartung

 


Auf welche Bereiche wirken sich die RDK-Systeme aus?

Sowohl Fahrer als auch Werkstätten müssen sich durch die Einführung der RDKS auf Neuerungen einstellen. Folgende Bereiche sind davon betroffen:

  • Reifenmontage- und Wechsel
  • Diagnose durch Warnlampe
  • Handhabung der Sensoren (Reparatur, Austausch)
  • Hauptuntersuchung und andere Servicechecks
  • Zusammenstellung von Kompletträdern durch Kunden (könnte durch unterschiedliche Sensoren Probleme bereiten)
  • Konsequenzen für den Fahrzeughalter
  • Ein Reifenwechsel wird künftig deutlich schwieriger
  • Defekte Sensoren können nur sehr schwierig selbst ausgetauscht werden
  • Konsequenzen für Werkstätten
  • Werkstätten müssen das richtige Equipment (Werkzeuge, Möglichkeiten für genaue Fehlerdiagnosen) beschaffen, um entsprechende Reparaturen durchführen zu können.
  • Neue Spezialisierungsmöglichkeiten für Reparaturwerkstätten
  • Neues Absatzpotenzial durch neue potenzielle Ersatzteile

 


Wann betrifft mich die RDKS-Pflicht?

Die Pflicht für ein RDKS ergibt sich aus den Regelungen der ECE-Regelung Nr.64. Wer einen Neuwagen (PKW oder Wohnmobil) mit Erstzulassung nach dem 1. November 2014 fährt, wird bereits ein RDKS in seinem Fahrzeug eingebaut haben. Zudem betrifft die Pflicht alle die ein neues typengenehmigtes Auto fahren, welches nach dem 01. November 2012 verkauft wurde.

 


Woher bekomme ich die Technik?

Sollte ein RDKS am eigenen Fahrzeug defekt sein, lässt sich dieses ohne Probleme reparieren. Die entsprechende Technik kann man bei Autoteile-Meile.de zu günstigen Preisen erwerben. Werkstätten erhalten bei uns zudem auch ein entsprechendes Reifendruck Kontrollsystem Diagnosegerät.

 


Besteht eine Pflicht zur Nachrüstung eines RDKS?

Wer ein Fahrzeug gekauft hat, welches bereits vom Hersteller ohne RDKS ausgeliefert wurde, muss dieses nicht nachrüsten. Das betreffende Fahrzeug unterliegt in dem Fall nicht der Pflicht für ein Reifendruckkontrollsystem, da es ansonsten keine Typengenehmigung in der EU bekommen hätte. Eine allgemeine Pflicht besteht also nicht. Natürlich kann es mit Blick auf die Spritersparnis und erhöhte Sicherheit aber durchaus interessant sein, ein RDKS anzuschaffen. Dies muss jedoch jeder für sich entscheiden.




 

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